Montag, 20. August 2012

Lebenswert

Ich glaube, es wird Zeit, dass ich mal wieder ein paar Worte von mir gebe.
Habe ja lange keinen Post mehr geschrieben, was daran liegt, dass ich jetzt wegen meiner Ausbildung immer erst um 17:30 Zuhause bin. 

Mein Gewicht bewegt sich nun endlich immer mehr in eine gesunde Richtung. Heute morgen waren es 53,4 kg, glaube ich. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, weil ich mein Gewicht nicht mehr notiere und es mir auch nicht unbedingt jedes Mal merken will. Das ist ein BMI von, Moment... fast 18,3. Na bitte, es geht doch aufwärts. Ich bekomme es hin. 
Ich muss zwar schon zugeben, dass mich das Ergebnis der Waage heute Morgen etwas erschüttert hat, weil ich einfach so ewig lange schon nicht mehr über 53 kg gekommen bin, und schon gar nicht mit eigener Absicht. Nur in der Klinik, aber dort wurde ich ja dazu gezwungen. Dieses Mal war es aus eigener Kraft. Wobei manchmal der Gedanke bei mir auftaucht, ob die Kraft vielleicht auch eine Schwäche sein könnte. Ich bin vielleicht zu gierig. Ich bin immer nur am Essen, weil ich nicht mehr so leicht nein sagen kann, wie während der Krankheit. So kommt es dazu, dass ich an manchen Tagen einfach hin und wieder mal einen Schlussstrich setze. Mir mal etwas weniger als sonst gönne und strenger darauf achte, dass ich nur gesundes esse.

Aber diese Gedanken muss ich mir ganz schnell wieder abgewöhnen.
Ich will das nicht mehr. Diese Kontrolle, den Hunger, das Leid, die Traurigkeit und das Alleinsein.
Denn so, wie ich in den letzten Wochen gelebt habe, gefällt mir mein Leben viel, viel besser. Und diese scheiß Krankheit ist es einfach nicht wert, das alles dafür aufzugeben.
Ich erinnere mich noch an einen Spaziergang mit meinem Vater zu Beginn meines Klinikaufenthaltes, bei dem er mich fragte, wie viel Prozent die gesunde Stimme in meinem Kopf ausmachen würde. Da war meine Antwort, so weit ich mich erinnere, dass 4% von mir gesund sein wollen.
Oje, der Spieß hat sich gedreht, aber sowas von!
Nicht mal mehr einen Prozent würde ich der kranken Seite jetzt noch vergönnen! Nicht einmal einen halben.

Es ist so schön, Sonntag Morgens mit Mama wieder Knack&Back Croissants mit Nutella zu essen, in der Mittagspause mit meinen Azubis einen Abstecher zum Bäcker zu machen, und Abends mit Freuden auf dem Maschseefest 2 Tüten Schmalzkuchen hintereinander zu essen.

Und genau dafür werde ich so weiter machen wie bisher. Werde weiter kämpfen und niemals aufgeben.
Denn mein Leben ist mir inzwischen wieder viel zu viel wert geworden, um es noch ein zweites Mal wegzuwerfen.